Am Samstag, dem 10.01.2026, fuhren wir mit einer kleinen Gruppe von fünf Schachfreunden aus dem Tennengau in den Pongau – über die Berge –, um unseren Schachkollegen dort das Fürchten zu lehren. Da unsere Mannschaft jedoch sehr jung besetzt war (U10, U12, U14, U18 und ich – „schachlich“ U6, faktisch Ü18 zumindest), blieb das mit dem Fürchten aus. Denn die Schwarzacher sind mit die nettesten Schachkollegen überhaupt.
In gemütlicher Atmosphäre trafen wir auf fünf geistig schwerbewaffnete Strategen, die uns bald zeigten, wie Schach gespielt wird. Aber auch wir kamen nicht unvorbereitet.
Auf Brett 1 (Josef Huber (s) – Erdene Shijirbaatar (w)) entstand eine sehr schwere Stellung, in der – bis auf die Türme – alle Figuren abgetauscht wurden. Die bessere Bauernstruktur von Schwarz, mit einer geschlossenen Bauernkette von h- bis c-Linie sowie einem doppelten Freibauer auf der a-Linie, gab im Endspiel den Ausschlag. Weiß verlor nach langem, zähem Ringen schließlich den entscheidenden Schlag und musste aufgeben.
Auf Brett 2 (Simon Viehauser (w) – Shijirbold Shijirbaatar (s)) spielte Schwarz zeitweise etwas zu schnell und rutschte aus: Leichtfiguren gingen verloren, und der taktisch wie strategisch überlegene Spieler aus Schwarzach setzte sich rasch durch.
Auf Brett 4 (Klaus Pirnbacher (w) – Philipp Lunenburg (s)) verlief das Gefecht lange Zeit auf Augenhöhe. Im Mittelspiel tauschte Schwarz jedoch unvorteilhaft einen Turm gegen einen Läufer. Dieser scheinbare Vorteil erwies sich jedoch als Pyrrhussieg für Weiß, da auch die Bauernstruktur darunter litt. Gegen Ende gelang es Schwarz mit mehreren Springergabeln, Material zurückzugewinnen. Schließlich standen drei verbundene Freibauern in geschlossener Formation kurz vor der Promotion – Weiß gab auf.
Auf Brett 5 (Ferdinand Entacher (s) – Matthijs Lunenburg (w)) spielte ein etwas nervöser Mannschaftsführer, noch grün hinter den Ohren, gegen einen erfahrenen, langjährigen Spieler des Schwarzacher Vereins. Weiß agierte nach dem Motto „Im Zweifel angreifen“, Schwarz hingegen nach „Im Zweifel verteidigen“. Weiß war sich jedoch bewusst, dass jeder Vorstoß auch Schwächen hinterlässt. Anfangs wirkte die schwarze Stellung undurchdringbar, fast wie aus Stein gemeißelt. Nach etwas zu zügigen Abtauschen auf beiden Seiten erhielt Weiß jedoch einen Isolani, der sich zum Freibauern entwickelte. Dieser Bauer erwies sich im Endspiel als entscheidend: König und Springer von Schwarz konnten nicht beide Flügel gleichzeitig verteidigen, Überlastung drohte, und ein weißer Randbauer marschierte Richtung Umwandlung. Schwarz gab auf.
Damit stand es 2:2, und alles hing von Brett 3 (Johann Egger (s) – Lukas Putz (w)) ab. Nach rund zwei Stunden Spielzeit standen zunächst jeweils nur noch ein Bauer neben dem Brett, doch wenig später hatte Weiß bereits eine Leichtfigur mehr. Unter zahlreicher Beobachtung – begleitet von Staunen und manchem Seufzer – entwickelte sich ein langes, komplexes Endspiel mit noch erstaunlich vielen Figuren.
Nun packte Weiß sein Fernrohr aus und begann, aus weiter Entfernung eine sich immer enger zusammenziehende Mattfalle aufzubauen. Mit jedem Zug zeichnete sich das Schicksal für Schwarz deutlicher ab. Unerfahrene Zuschauer fragten sich, warum Weiß nicht einfach die Dame nahm – doch Lukas meinte trocken: Was ist eine Dame wert, wenn man Matt im Blickfeld hat?
Nach weiteren qualvollen Zügen und unausweichliche Manöver war es schließlich so weit. Mit noch sechs Minuten auf der Uhr stand auf dem Brett nur noch:
Schachmatt#
Schwarzach 2 – Union Hallein 3: 0–1
Beitrag von Matthijs Lunenburg
| Br. | 4 | Schwarzach 2 | Elo | – | 2 | Union Hallein 3 | Elo | 2 : 3 |
| 1 | Huber, Josef | 1951 | – | Shijirbaatar, Shijir-Erdene | 1343 | 1 – 0 | ||
| 2 | Viehhauser, Simon | 1579 | – | Shijirbaatar, Shijirbold | 1200 | 1 – 0 | ||
| 3 | Egger, Johann | 1424 | – | Putz, Lukas | 1617 | 0 – 1 | ||
| 4 | Pirnbacher, Klaus | 1521 | – | Lunenburg, Philipp Floris | 1408 | 0 – 1 | ||
| 5 | Entacher, Ferdinand | 1302 | – | Lunenburg, Matthijs | 1468 | 0 – 1 |
Und da kam die Eilmeldung des Landesspielleiters:
Im Nachtragsspiel der 1. Klasse Süd „Schwarzach 2“ gegen „Union Hallein 3“ am 10.01.2026 wird die Begegnung auf Brett 3 Egger Johann gegen Putz Lukas von 0-1 auf 1K:0K kontumaziert.
Begründung:
Im 16.5.2. Spielberechtigung pro Spieler steht: „Jeder Spieler kann für den jeweiligen Spieltag nur eine (1) Spielberechtigung besitzen. Es darf daher kein Spieler am gleichen Tag in zwei Mannschaften eingesetzt werden. Bei Verschiebung eines Wettkampfes ist die Spielberechtigung am ursprünglich angesetzten Tage entscheidend.“ Ursprünglich hätte das Spiel am 29.11.2025 stattfinden sollen. An diesem Tag hat Putz Lukas in der Landesliga A gespielt. Er war somit im Nachtragsspiel der 1. Klasse nicht spielberechtigt. Das Gesamtergebnis verändert sich dadurch von 2:3 auf 3:2 für Schwarzach.
Die Kontumazierung hat keine finanzielle Auswirkungen. Die ELO-Wertung ist davon auch nicht betroffen, dort zählt das Ergebnis 0:1.
Beste Grüße
Manfred Kaiser
Anmerkung von Gerhard Rosenlechner:
Leider habe ich das Übersehen. Sehr aufmerksam vom Landesspielleiter. Schade für die Mannschaft: SORRY JUNGS!!
